Bali – Gunung Batur- Viele Wege führen nach Kintamani

Gunung Batur. Das ist der Vulkan, den ich schon zweimal erklomm und besiegte, der mich aber auch schon einige Ventolin-Sprays gekostet hatte.

Fakten

Der Gunung Batur ist der zweitgrößte noch aktive Schichtvulkan auf Bali. Er misst ganze 1.717 m. Er wird nur noch übertroffen von dem heiligen Gunung Agung, welcher stolze 3.031 m misst.

Zahlreiche Ausbrüche des Gunung Baturs zeichnen heute noch das Bild ringsum den Vulkan und machen ihn auch durch seine Calderen so beliebt. 

Die letzte Bewegung fand 1999 und 2000 statt, als der Vulkan Asche spuckte.

Noch lange nicht zu vergleichen mit dem Ausbruch seines größeren Bruders Agung, welcher 2018 ganz schön für Unruhe sorgte. ( Weiteres hierzu werdet ihr bald in einem Artikel von Matthias lesen können, der die Auswirkungen miterleben musste.)

Die Vorbereitung

Als mein Freund und ich letztes Jahr beschlossen, den Gunung Batur zu besteigen, erinnerte ich mich schnell an das erste Mal, als ich diesen wahnsinnigen Schritt wagte.

Völlig unvorbereitet und ohne jegliche sportliche Fitness kletterte ich diesen Vulkan hoch, verbrauchte jede Menge Asthma-Sprays, brauchte knapp 1 Stunde länger, als jeder andere untrainierte Mensch und schwor es nie wieder zu tun.

7 Jahre später wollte und konnte ich meinem Lebenspartner diese Erfahrung nicht verwehren und plante abermals den Aufstieg.

Dieses Mal sollte alles anders sein. Dieses Mal wollte ich fit sein. Ich wollte wie ein junger Spund, den Vulkan besteigen und nicht halb sterbend oben ankommen. Ich wollte nicht wie eine rote Glühbirne leuchten und dem Sonnenaufgang die Show stellen.

Dementsprechend nahm ich mir vor, Sport zu machen. 

Fürn Arsch. 

Der Abflug nach Indonesien war in meinem Kopf noch in weiter Ferne, sodass ich eigentlich noch genügend Zeit gehabt hätte, um fit zu werden. Nun saß ich dann aber eines Tages im Flugzeug und war weder körperlich fit, noch mental auf die Strapazen eingestellt. Ja, eigentlich war ich noch untrainierter als 7 Jahre zuvor. Und untrainiert ist wirklich noch untertrieben!

Die Anreise nach Kintamani

Da mein Freund und ich uns einen Wagen mieteten, weil wir eine Rundreise durch Bali machten, nahmen wir den Weg von Lovina nach Kintamani. 

Manchmal ist es
einfach schön die
Küste entlang zu fahren.

Eigentlich nur knappe 70km, die wir fahren mussten.  Aus 2 Stunden wurden gefühlt 50 Stunden voller Angst und Schweiß.

Kintamani ist ein kleines Dorf am Fuße des Vulkans, von wo aus die meisten Vulkaneroberer ihre Reise starten.

Natürlich wollten wir den kürzesten Weg nehmen und vertrauten auf unser GPS. Es gab nämlich nur 2 Möglichkeiten: entweder kurz übers Gebirge oder am Vulkansee entlang. Da wir um 3 Uhr morgens aufstehen mussten, wollten wir nicht allzu spät im Hotel ankommen, um zumindest gut ausgeschlafen zu sein, wenn schon nicht trainiert.

Leider konnte man auf dem GPS nicht erkennen, dass der kürzeste Weg durch das Gebirge führte, welcher sogar von Einheimischen gemieden wird und eigentlich nur von den Menschen befahren wird, die keine andere Möglichkeit haben wie die Dorfbewohner oder ahnungslose Touristen.

Die Straßen durch dieses Gebirge waren wirklich nicht zum Fahren geeignet, wenn man diese Wege überhaupt als Straßen bezeichnen darf. Schotterwege, die ich nicht einmal bei Tageslicht befahren hätte. Zumindest nicht in so einem Auto. Vielleicht in einem Smart. (Von der Größe her.)

Die Sonne war schon lange untergegangen. Es war stockduster und ich starb an diesem Abend tausend Tode.

Es wurde dunkel und wir waren irgendwo im Nirgendwo!

Die Wege waren teilweise so eng, dass die eine Seite vom Auto am Berg kratzte und die andere Seite halb in die Tiefe stürzte. Auch waren die Wege nicht sonderlich stabil, sodass wir jeder Zeit damit rechneten, mit dem Auto rückwärts runterzurutschen. Oder noch besser, uns einfach der Weg unter dem Auto bricht und uns in die Tiefe reißt.

Wir waren auf alles gefasst. Nur nicht auf Gegenverkehr. 

Und der Gegenverkehr musste ja nun kommen. Stellt euch vor 2 Autos, die sich direkt gegenüber stehen, eine schmale Straße, links Felsen und rechts Abgrund. In dem Moment wusste ich, unsere Stunde war gekommen.

Nach langen Diskussionen mit dem Fahrer gegenüber und einem Versuch rückwärts den Berg wieder runter zu fahren, bei dem wir mit dem Hinterrad plötzlich in der Luft schwebten, zeigte er Gnade und fuhr rückwärts den Berg hoch. Und wir hinterher.

Beim nächsten Haus angekommen, nach einem guten Kilometer, konnten wir glücklicherweise kurz halten und unterhielten uns auch schnell mit den dort ansässigen Menschen, die dort ihr zu Hause hatten und gemütlich Zigarette rauchten.

Völlig erstaunt über unser Erscheinen, erklärten Sie uns, dass wir es überhaupt nicht mehr weit hätten bis zu unserem Ziel. Allerdings seien die Straßen in so einem schlechten Zustand, dass sie uns rieten langsam zu fahren. Und überhaupt hätten wir sehr Glück gehabt, dass es nicht regnete, weil wir ansonsten wahrscheinlich schon tot gewesen wären. 

Das war übrigens sehr beruhigend für die Weiterfahrt.

Letztendlich sind wir in Kintamani angekommen. 2 weitere Stunden waren vergangen und es war inzwischen 23 Uhr als wir eincheckten. Hätten wir den Weg am See entlang genommen, wären wir zur gleichen Zeit angekommen. Auch die Mädchen an der Rezeption machten große Augen, als wir berichteten von wo wir angekommen waren. Ich vergoss sogar eine kleine Träne vor Freude, weil ich zum ersten Mal wirklich Angst hatte, mein Leben zu verlieren und ich so glücklich war, dass wir heil im Hotel ankamen.

Übrigens kann ich unser Hotel sehr empfehlen. Das war mein zweites Mal dort gewesen und ich muss sagen, einwandfrei! Tolles und schönes Hotel, super freundliches Personal, sauber und super Angebote. Auch für den Aufstieg gibt es einige Angebote zu finden. 

Und hier findet ihr eine unverschämt offene, aber leider unbezahlte Werbung:

https://balisunrisevillas.com/

Tip: Erkundigt euch vorher über die Straßenverhältnisse und nehmt im Zweifel doch den längeren Weg.

Manchmal muss man sich auch einen Snack gönnen. Mega gutes Essen nach dieser Horrorfahrt 🙂

In den nächsten Wochen könnt ihr euch auf Teil 2 freuen und wie wir Gunung Batur bezwangen.

2 Kommentare zu „Bali – Gunung Batur- Viele Wege führen nach Kintamani“

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