Embryo-Eier – Wer traut sich?

Ich kann mir eure geschockten Gesichter nur allzu gut bildlich vorstellen und vor allem das Rattern in euren Köpfern mit der allgegenwärtigen Frage: „Hat sie wirklich?“

Embryo-Eier gehören in einigen Ländern, vor allem asiatischen Ländern zur Delikatesse. Auch in vielen nicht asiatischen Ländern kann man Embryo-Eier vorfinden, allerdings dann eher, weil dort viele Menschen mit asiatischer Herkunft leben und auf diese Spezialität nicht verzichten möchten.

In unseren Breitengraden stossen diese Art von Eier auf Ekel, Unverständnis und Empörung.

In diesem Artikel möchte ich nicht nur ein Rezept für diese speziellen Eier veröffentlichen, sondern auch für Aufklärung sorgen und zur Diskussion anregen.

Sieht aus wie ein ganz normales Ei.

Was sind Embryo-Eier eigentlich? 

Embryo-Eier sind halbausgebrütete Eier meist von Hühnern oder Enten. Die Brutzeit ist in den verschiedensten Ländern unterschiedlich lang. 

So bevorzugt der Filipino eine Brutzeit von knapp 17 Tagen, wobei der Vietnamese sie fast in allen Stadien verzehrt.

So wie viele andere Dinge in Asien wird diesen Eiern eine aphrodisierende und potenzsteigernde Wirkung nachgesagt. Natürlich ist dies wissenschaftlich nicht belegt, aber der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

Wenn ihr mich fragt, kann ich ein gewisses „erstaunt sein“ über diese Delikatesse absolut nachvollziehen, da vor allem in Europa die authentische asiatische Küche nicht wirklich bekannt ist. Nichtsdestotrotz müssen wir auch ehrlich mit uns selber sein.

Im Prinzip ist das Embryo-Ei nichts anderes als eine Mischung zwischen Ei und sehr „junges“ Huhn. 

Sollten wir uns über die Ästhetik unterhalten, dann muss ich zugeben, gibt es durchaus viele andere Gerichte, die sehr viel schmackhafter aussehen, als die sogenannten „Ekel-Eier“, aber auch das ist ja subjektiv und individuell.

Kommen wir nun aber zum spannenden Teil dieses Artikels.

Ihr habt es richtig erraten: Ja, ich habe Sie probiert und ja, ich habe euch ein Rezept dazu mitgebracht. Wie ihr an die Zutat gelangt, kann ich euch allerdings nicht sagen, da ich sie bislang nirgends entdecken konnte. Könnte auch damit zusammenhängen, dass diese Art des Verzehrs als Tierquälerei gilt und daher im üblichen Handel nicht erhältlich ist.

Überraschenderweise oder auch logischerweise schmecken Sie wie wirklich wie Ei mit Huhn oder Huhn mit Ei. Je nachdem was zuerst da war.

Vor allem ist es die Sauce, die eine erheblich Rolle spielt. Bei diesem Gericht kann ich nur empfehlen, Baguette zum Dippen zu besorgen. Ja auch kulinarisch haben die Franzosen ihre Spuren in Vietnam hinterlassen.

Vorsicht! Nichts für schwache Nerven!

Das unmoralische Rezept:

  1.  Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer, sowie Korianderwurzel und Chili klein hacken oder in einem Mixer zu einer Paste vermengen
  2. in einer Pfanne mit ein wenig neutralem Öl anbraten, damit sich Röstaromen entwickeln
  3. Fischsauce und Austersauce nach Geschmack hinzufügen, sowie Salz und Pfeffer und auch eine Prise Zucker
  4. Limettesaft hinzugeben und ein wenig Wasser
  5. zum Andicken ein wenig Reismehl dazu und einmal aufkochen lassen
  6. zuletzt die Eier dazugeben und jede Menge Erdnüsse darüberstreuen und fertig ist der Snack für zwischendurch

Zutaten:

  1. eine mittelgroße Zwiebel
  2. 4 Knoblauchzehen
  3. einen Esslöffel Ingwer
  4. ein Bund Korianderwurzel, die Blätter könnt ihr am Ende drüber streuen
  5. 1-6 Chilis, je nach Gusto (Thaichilis, empfehle ich)
  6. Fischsauce, Austernsauce, Limette und Reismehl, sowie Erdnüsse
  7. Embryo-Eier (auch hier je nach Gusto, der Größe nach entscheiden
Es ist wirklich super lecker 🙂

Es gibt Unmengen von Rezepten. Dieses hier ist nur eines von Vielen und eben das Original, welches mein Freund und ich im Vietnamurlaub verzehrt haben.

Kleiner Tipp: Solltet ihr in Vietnam sein, dann achtet auf kleine rote Lampen bei den Streetfood-Ständen, die zeigen euch an, ob diese Delikatesse angeboten wird oder nicht. Zumindest in Da Nang.

Ich würde mich freuen, eure Meinung zu diesem Thema zu lesen und vor allem, ob der Eine oder Andere sich doch traut es mal nachzukochen oder im Asiaurlaub sich traut oder sich schon getraut hat.

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