Percebes – Super hässlich, aber mega lecker!

Da wir letzte Woche schon in Portugal waren,

Portugal – Sagres und Capo de São Vicente

dachte ich mir sollten wir auch diese Woche direkt mit einer portugiesischen Spezialität weitermachen. 

Das diese Delikatesse auch in Frankreich, Spanien, teilweise in Marokko und auch den Kanaren bis runter nach Senegal auffindbar ist, habe ich zwar in meiner Recherche zu diesem Thema gefunden, aber nie angetroffen, daher von mir persönlich nicht belegt.

Percebes, was ist das eigentlich?

In unseren Breitengraden sind diese wirklich gemein aussehenden Dinger unter Entenmuscheln bekannt. Warum sie allerdings so heißen kann ich nicht erklären, denn sie haben weder mit Enten noch mit Muscheln irgendeine Verbindung.

Eigentlich handelt es sich um Rankenfußkrebse, die sich an harten Oberflächen von Felsen und Treibgut befinden und dort das Wasser filtrieren. 

Viele Entenmuschelsammler riskieren wortwörtlich Kopf und Kragen, damit wir diese Hässlichkeit zu uns nehmen können, denn in den Atlantik zu springen nur mit einem Seil befestigt, sich an den rutschigen Felsen festzukrallen und gegen die reißenden Wellen anzukämpfen, die einen gegen die Klippen drücken und dann unter Wasser ziehen, wollen, um dann mit einem Stemmeisen vorsichtig die kleinen Rankenkrebschen vom Fels zu hobeln und dann in einen Beutel zu stecken, ist wirklich nicht der sicherste Job. Eine Arbeitsunfähigkeitsversicherung ist hier allemal nötig.

Trotz dem minimalen Aufwand, den ich gerade beschrieb, um diese Leckereien zu ernsten, zahlt man in der Tat knapp 200 Euro pro Kilo. Ganz so günstig ist diese Angelegenheit für uns „Ich muss alles probieren Liebhaber“ nicht so wirklich.

Aber….. ES LOHNT SICH!!!

16 Euro waren happig, aber jeden Cent wert!!!

Oh mein Gott, sind die Dinger lecker.

Ich gebe es selber zu, komisch geguckt habe ich auch, als ich der Teller vor mir lag.

Und ehrlicherweise wusste ich auch erst gar nicht, wie und vor allem was ich davon essen kann. Und die Kellner gingen anscheinend davon aus, dass wenn jemand Percebes bestellt, dann weiß dieser auch, wie diese isst.

Unter den wachsamen Blicken meine Familie in spe, biss ich also genüsslich in die Schale, wie sich herausstellte und verlor beinahe einen Zahn.

Zumindest wusste ich, dass ich die Teile zu schälen habe, bzw. konnte man das schlauchartige Ende (oder auch Anfang) einmal einreißen und somit das Fleisch herausziehen.

Da eine Art Saft heraustrat und ich aus Gewohnheit sowieso an allem zuzel, tat ich dies auch hier. Es schmeckte nach Meerwasser mit einem Hauch von Lorbeer.

Aber das Fleisch… Das Fleisch, meine lieben Freunde des guten Geschmacks, dass schmeckte wie der Himmel und die Sonne zusammen. Fein wie eine Jakobsmuschel und würzig, bissfest wie das Fleisch einer Garnele. Ein süßlicher Eigengeschmack gekocht in Meerwasser und dann dieser Geschmack von Lorbeer, göttlich!!!

Das einfachste Rezept der Welt!

Zubereitung:

  1. Entenmuscheln säubern: in ein Wasserbad und mit einer Bürste putzen
  2. Meerwasser mit einem Lorbeerblatt zum Kochen bringen, die Percebes mit dazu geben
  3. Die Temperatur herunterdrehen und nur sieden lassen, knapp 4 Minuten. Nicht länger!
  4. Fertig!

Zutaten:

  1. Entenmuscheln (je nach dem was der Geldbeutel hergibt)
  2. Meerwasser (alternativ Salzwasser)
  3. Lorbeerblatt

Manchmal muss man sich überwinden, um die Gaumenfreuden des Lebens genießen zu können. Und ich sag es euch, dass lohnt sich!

Wieder einmal hat sich gezeigt, dass es eben doch darauf ankommt, was drin steckt und man nicht auf das Äußerliche schauen darf.

Wenn ihr mehr Informationen haben wollt, dann könnt ihr auch auf dieser Seite mal schauen.

 

Habt ihr Percebes auch schon mal probiert und wie beschreibt ihr den Geschmack dieser Leckerei? Bin auch gerne offen für andere Rezeptvorschläge.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: