Manneken Pis & Co. – Alle sind verrückt nach ihm!

Unser wunderschönes Nachbarland Belgien, muss man auch mal gesehen haben, dachte ich mir. Also schnappte ich mir abermals meinen Freund und meine Freundin und schon ging es los nach Belgien. Der Plan: Brüssel, Gent und Brügge. Für Antwerpen war die Zeit zu kurz, dass ist aber nur aufgeschoben. Schließlich hatten wir nur 3 Tage und ich zu wenig Zeit für die Planung!

Natürlich wusste ich die wichtigsten Dinge über dieses Land, zumindest wusste ich, dass die belgische Schokolade toll sein soll, ein Highlight sind die belgischen Waffeln und natürlich die Pommes Frites, die man dort zu allem dazu bekommt, sollen die Besten sein. Auch von den Miesmuschelgerichten hat man schon mal gehört, wenn man so verrückt nach Essen ist wie ich.  Abgesehen vom Essen hat aber schon jeder zumindest ein Foto von einer Statue gesehen, die einen kleinen pinkelnden Jungen darstellen soll. Diese Statue ist das Wahrzeichen Belgiens. Was für eine Ironie und ich liebe es.

In Brüssel angekommen, war ich doch sehr überrascht vom Flair dieser Stadt. Alle reden immer von London, Paris oder auch Berlin, aber Brüssel, sage ich euch, das lohnt sich. Ich bin sehr angetan von dem kleinen Städtchen. Die Menschen sind super freundlich, es ist verhältnismäßig sauber und es ist überschaubar. Und in der Tat gab es viel zu entdecken. Nachdem wir direkt die belgischen Waffeln probiert hatten, die unglaublich schmackhaft waren, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, ob es wirklich die Waffel an sich war oder nicht doch eher, was alles darauf war: Obst, Schlagsahne, verschiedene Saucen, Nüsse und etliche Toppings, ging es los die Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Zuerst Dessert oder
doch den Hauptgang?

Faszinierend sind wirklich die Comic-Fassaden-Bilder, die man bei einem gemütlichen Spaziergang in der Stadt alle paar Meter entdecken kann. So macht spazieren gehen so richtig Spaß. Wenn man dann irgendwann eine Menschenmengen antrifft, dann einfach folgen und plötzlich steht man in einer enormen Menschentraube und wundert sich, was all diese Leute auf einem Fleck verloren haben. Wer etwas größer ist als ich, ist da klar im Vorteil, denn bei meiner Größe von 1.58m, war es ziemlich schwierig über die Köpfe hinweg ein kleines pinkelndes Männlein zu entdecken, das knapp 61cm groß ist. Und da war es, das Wahrzeichen Belgiens. Was 61cm so ausmachen können. Er ist zwar klein, aber jeder riss sich darum ein gutes Foto von ihm zu bekommen und so natürlich auch ich. Man könnte meinen, dass sich der ganze Aufwand für einen pickelnden Winzling nicht lohnt, aber da bin ich anderer Meinung. Wenn nicht für ein kleines nacktes Wasser lassendes Männlein, für wen sonst?

Immerhin wurde er mindestens schon sieben Mal gestohlen, sodass, sofern wir nicht in das Museum: „Maison du Roi“ gehen, um uns das Original anzuschauen, wir eigentlich nur eine Replik zu Gesicht bekommen. Ich glaube, dass noch nie eine Fälschung so viel Aufmerksamkeit bekommen hat.

Ja, er ist kleiner als Mann denkt! Immer!

Dieses kleine Kerlchen ist so beliebt, dass er in den verschiedensten Farben und Formen vorzufinden ist und als ob das nicht schon seltsam genug ist, trifft man ihn in der ganzen Stadt auch in den verschiedensten Verkleidungen an. Inzwischen hat der Kleine eine größere Garderobe als manche Frau. 800 Kostüme besitzt Manneke, die dann zu bestimmten Festleichkeiten angelegt werden. Natürlich kann man seinen Kleiderschrank das ganze Jahr über bewundern in seiner eigenen Ausstellung: „GardeRobe  Manneken Pis“ im Museum: „Musée de la Ville de Bruxelles“. Vielleicht ist öffentliches Urinieren doch eine Alternative zu meinem jetzigen Job. Berühmtheit, Reichtum…

Es gibt einige Legenden über Manneke, aber die einfallsreichste für mich ist, dass er mit seinem Urinstrahl die Lunte einer Bombe gelöscht haben soll. Ob er dazu seine Feuerwehruniform trug und bei mancher Frau oder auch Mann, wir wollen ja niemanden auschliessen, Entzückung auslöste?

Bei meinen Recherchen erfuhr ich, dass es noch zwei weitere Statuen gab, welche zwar nicht so bekannt waren, aber auch diese wollten wir nicht verpassen. Zum einen das Jeanneke Pis, ein kleines im Hocken urinierendes Mädchen und der Zinneken Pis, ein urinierender Hund. Warum die Belgier so sehr auf urinieren stehen, konnte mir bis heute aber noch keiner richtig erklären. Lustig ist es allemal, aber auch etwas seltsam. Ich meine, was sollte all das bedeuten? Pickeln die Belgier auf alles? Sowie wir auf alles scheißen? Ist es ein Sinnbild für die Gleichgültigkeit? Wie auch immer, die drei Pisser haben uns gut gefallen und sind einen Brüsselbesuch wert. 

Dazu kann man noch pinkelnde Hunde (Oh Überraschung, gibt es ja in Berlin nicht!) und Frauen sehen. Warum Jaenneken Pis weggesperrt wurde, ist mir ein Rätsel. 

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